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KÖB Liebfrauen-Überwasser

Unsere Öffnungszeiten: 

Mi 16:00 - 18:00 Uhr 
Sa 11:00 - 13:00 Uhr
So 11:00 - 13:00 Uhr


Katthagen 2
48143 Münster
0251 384 2206-88 (zu den Öffnungszeiten)
buecherei-ueberwasser@bistum-muenster.de

Schauen Sie mal bei Instagram "buechereiliebfrauenueberwasser" ,,,

Sie überlegen, wo Sie uns finden?
Bei Wilsberg rechts um die Ecke 😉

 

Neuigkeiten

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

Friedrich Hebbel

Allerheiligen 

Am Sonntag, 01.11., bleibt die Bücherei wegen Allerheiligen geschlossen.
Doch am Samstag, 31.10., ist die Bücherei von 11 bis 13 Uhr geöffnet, ideal, um sich mit Schmökerstoff einzudecken

TEILE.DEIN.BUCH 

Am Mi., 04.11., laden wir zwischen 17 und 18 Uhr zu TEILE.DEIN.BUCH ein: Bringen Sie Ihre Lieblings-Lektüre/Texte mit und diskutieren Sie mit anderen Leser:innen das zu Herzen gehende Buch der Autorin XY oder den Krimi des Autors Z mit anderen Lesern und Interessierten. Vielleicht gibt es auch einen Text, der Sie berührt hat und den Sie gerne weitergeben möchten? All das ist möglich. Herzlich Willkommen!

Literaturaustausch „starkdurchlesen“ 

An jedem 3. Donnerstag im Monat treffen sich Interessierte in der Literaturgruppe „starkdurchlesen“ von 15:30 - 17:30 Uhr in der Teestube des Pfarrheims und tauschen sich über einen Roman aus. Die Gruppe freut sich über jedwede Verstärkung und heißt neue Mitlesende herzlich willkommen. Bei Interesse melden Sie sich gerne per Mail oder bei einem Ihrer Besuche in der Bücherei. Oder vielleicht kennen Sie jemanden, der/die an einem Austausch interessiert ist. Dann erzählen Sie davon. Am 15.10. tauscht sich die Gruppe über SO, UND JETZT KOMMST DU ... von Arno Frank aus.  

... oder kommen in diesen Lesekreis: lieber.lesen: 

Zum Buch RAUMPATROUILLE von Matthias Brandt tauschen wir uns am 04.11. ab 19:30 Uhr in unserer Bücherei aus.
Interessierte Mitlesende sind herzlich willkommen! Im Anschluss besprechen wir, welche Bücher wir in den nächsten Monaten lesen wollen. 

Wir sind immer up-to-date für unsere lieben Leser:innen.
Unser Newsletter (oder hier) hält Sie wie immer rechtzeitig über alle neuen, überraschenden und kommenden Angebote auf dem Laufenden. 📚✨
Sie entdecken Lesenswertes? Dann schreiben Sie es in unser Wünschebuch oder uns eine Mail. Wir freuen uns darauf 😊

Stöbern Sie doch mal hier: GEDICHTKästchen

Und die aktuellen Pfarrnachrichten hier!

 
Unsere Leser:innen empfehlen!

NEIN SAGEN  von Matthias Brandt, weil er ausgehend von seiner Gedenkrede zum 20. Juli 1944 an den Widerstand seiner Eltern Rut und Willy Brandt erinnert und lädt dazu ein, über die eigene Haltung heute nachzudenken.

MAMAN von Sylvie Schenk, die ihrer Mutter nachspürt, die als uneheliche Tochter einer Seidenarbeiterin im Ersten Weltkrieg in Frankreich geboren wurde. Auch die Großmutter war ledig und starb bei der Geburt. Aus wenigen bekannten Fakten zeichnet die Autorin die Lebensumstände der Frauen ihrer Familie nach, allen voran die ihrer distanzierten, unnahbaren Mutter, der sie sich einfühlsam ihr mit verständnisvollem Blick nähert.

DIE ALLEE von Florentine Anders – eine Familiengeschichte und ein feministischer Roman, in deren Mittelpunkt der DDR-Stararchitekt Hermann Henselmann, der Erfinder des Berliner Fernsehturms, mit seiner großen Familie steht. Ständig laviert er zwischen sozialistischer Utopie und beengender realsozialistischer Wirklichkeit, umgeben von Frauen, die stets versuchten, aus seinem Schatten herauszutreten und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Absolut erhellend und lesenswert! ✨

DIE HUMMERFRAUEN von Beatrix Gerstberger, die das raue Leben der Hummerfischer in Maine mit besonderem Blick auf die Freundschaft von drei Frauen aus drei Generationen beschreibt, die es aus unterschiedlichen Gründen nach Stone Harbour verschlagen hat. Alle drei haben Schicksalsschläge überstanden, behaupten sich in dieser von Männern dominierten Welt der Hummerfischer und bleiben sich mit ihren kleinen Verschrobenheiten treu. In starken Bildern und mit Gespür für Menschen werden die Lebensgeschichten dieser eigenwilligen Frauen lebendig, ihre Charaktere anschaulich beschrieben und der Umgang mit Verlust, Liebe und Freundschaft berührend thematisiert.

WACKELKONTAKT von Wolf Haas, der die Geschichten von Franz Escher, der auf den Elektriker wartet und dem ehemaligen Mafioso Elio Russi, der in Deutschland eine neue Identität als Marko Steiner annimmt äußerst kunstvoll miteinander verwebt. Der niederländische Künstler Maurits Cornelis Escher, von dem der Protagonist seinen Namen hat, arbeitet mit optischen Täuschungen, wie z.B. in dem Bild „Die zwei sich selbst zeichnenden Hände“. Wolf Haas verunsichert den Leser mit Worten so wie Escher den Betrachter seiner Bilder mit der Darstellung unmöglicher Figuren.Ein außergewöhnlich strukturiertes, spannendes und witziges Buch, in dem die Personen liebevoll gezeichnet sind. Es lohnt sich, Wackelkontakt ein zweites Mal zu lesen.

WO DER WOLF LAUERT von Aylet Gundar-Goshen: Der Roman über eine israelische Familie im Silicon Valley ist hochaktuell, geht es doch um Migration, Rassismus und Antisemitismus, um Schuld, Vorurteile, um elterliche Blindheit  und Einfluss auf junge Menschen. 

FÜR POLINA von Takus Würger: Die herzerwärmende Liebesgeschichte erzählt in märchenhaft-poetischen Bildern von Hannes, einem musikalisch hochbegabten Jungen, und seiner großen Liebe Polina, für die er aus tiefer Emotion eine Sonate komponiert, die nach jahrelanger Trennung und einigen Irrwegen dazu führt, dass sich beide wiederfinden. Ein leise erzählter, berührender Roman mit liebevoll beschriebenen Figuren, der ins Herz geht.

FISCHERS FRAU von Karin Kalisa: Ostsee 1929: ein 3-jähriges Fangverbot macht die Fischer arbeitslos – statt hinaus auf Meer zu fahren, setzen sie sich an Webstühle und knüpfen Teppiche, die die Welt der See zeigen – oder der Welt die See. Ein wunderbares Panorama aus der Welt der Teppich-Manufakturen dröselt die Faden-Archäologin Mia hier auf. Die Autorin Karin Kalisa verknüpft die Fäden von Wahrem und Erfundenem sprachlich gekonnt zu einem fesselnden (Roman) Knäuel. Eine große Leseempfehlung.

HEY, GUTEN MORGEN, WIE GEHT ES DIR? von Martina Hefter, weil wir - vielleicht einige von uns - in unbekannte Welten schauen, verwoben mit mythologischen Anspielungen und digitalen Begegnungen, über Love Scamming und Internetbetrug. Hochaktuell!

AM HIMMEL DIE FLÜSSE von Elif Shafak, weil wir erfahren, wie stark wir sein können, wenn wir mit Herzblut der inneren Stimme folgen: spannend wie ein Krimi, Herz berührend wie ein Roman, Wissen erweiternd wie ein Reiseführer und gefangen nehmend wie eine Liebesgeschichte. Einfach gut!

Lucy Fricke, DAS FEST, weil dieser Roman eine so melancholische wie heitere Geschichte über einen Wendepunkt im Leben und über den Blick zurück schreibt.  
In einer wunderbaren Sprache und mit Wortwitz wird man mit aufs Fest gezogen. Unbedingt lesenswert! 

Anthony McCarten, GOING ZERO, weil es spannend zeigt, was die Menschen hinter den sozialen Medien mit uns und der Gesellschaft machen - eine erschreckende Utopie, die immer realer wird. DAS Buch der Stunde!

Thomas Laufmöller, AUFRUHR: Es wirft viele Fragen und Gedanken auf, mit denen jede:r seine Stellung zur (katholischen) Kirche reflektieren kann. Und es macht Mut, Kirche anders zu gestalten. 

Edgar Selge, HAST DU UNS ENDLICH GEFUNDEN - so grausam - so leicht - erzählt vom Aufwachsen im Nachkriegsdeutschland, damit viel von unseren Gefühlen und von unserer Gesellschaft heute, fein untermalt mit Musik von Bach bis Strauß. Lest dieses Buch!

Iris Wolff, LICHTUNGEN: „Erinnerungen waren über die Zeit verstreut wie Lichtungen“. Lev und Kato stammen aus demselben Dorf in Siebenbürgen und kennen sich seit Kindheitszeiten. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs hat Kato die Heimat verlassen, während Lev geblieben ist. Jahrzehnte später reist er ihr nach. Eine beeindruckende Geschichte, die individuelle Folgen historischer Zäsuren aufzeigt, in einer poetischen Sprache mit nachhaltigem Eindruck. Unbedingt lesenswert!

Charlotte Gneuß GITTERSEE, weil sie sprachlich verkappt uns in eine Familie der DDR entführt und zeigt, wie die 16jährige Karin in die Fänge der Stasi gerät - ein Geschichtsbuch, das den Alltag dieser Nachkriegsgeneration einfängt. Ein Erkenntnisgewinn in diesen Zeiten. 

Caroline Wahl 22 BAHNEN, weil zwei Schwestern zusammenhalten, um den Alltag mit der kranken Mutter zu bestehen und dennoch ihren je eigenen Weg zu gehen, sich freischwimmen, klar und knapp, aber feinfühlig geschrieben. Und in Windstärke 17 bricht Ida in ihr neues Leben auf. 

 Sabrina Janesch SIBIR, weil die Autorin es versteht, die Entwurzelung und deren lebenslange Folgen in ihren Romanen so plastisch und klar darzustellen, dass man nicht aufhören mag zu lesen. Der Buchtitel bedeutet das russische Wort für Sibirien; so nannte man damals das kasachische Gebiet, wohin der Vater als Kind mit seinen Eltern verschleppt wurde. Die Tochter wächst Jahrzehnte später in Norddeutschland auf. Der Vater wird dement, verbrennt all seine Aufzeichnungen und löscht so die Erinnerung an das Früher aus. Ein ganz wunderbares Buch der Autorin, die in Münster ihre Heimat gefunden hat.

Claire Keegan KLEINE DINGE WIE DIESE, weil die Autorin an ein düsteres Verbrechen in Irland erinnert: In der  Magdalenen-Wäscherei, finanziert vom Staat und der Kath. Kirche, starben unzählige Babys und Kinder oder wurden zur Adoption freigegeben. Erst 1996 wird die Wäscherei aufgelöst. Diese Düsternis wird genommen durch die wunderschöne poetische Sprache und die noble Gesinnung des Protagonisten Bill. Das Büchlein kann ich nur empfehlen – Sie müssen es unbedingt lesen! 

 

Angelika Overath DIE UNSCHÄRFEN DER LIEBE: Auf einer Zugfahrt von Chur/Schweiz über den Balkan nach Istanbul hat der Protagonist Baran, griechisch-orthodoxer Abstammung, viel Zeit und Muße, sich über seine widerstreitenden Gefühle für Clas oder doch für Alva klar zu werden. In schöner klarer Sprache ziehen Landschaften und Erinnerungen vorüber und nehmen den Leser/die Leserin mit auf eine Spurensuche des Herzens. Große Empfehlung!

Angela Steidele AUFKLÄRUNG: Leipzig im 18. Jahrhundert: Die Familie von Johann Sebastian Bach, von Professor Gottsched und seiner Ehefrau und viele andere Zeitgenossen betrachtet die älteste Tochter von Joh. Sebastian Bach, Dorothea Bach, in ihren Erinnerungen. In präziser schöner Sprache mit vielen Anspielungen auf die Jetzt-Zeit bringt uns die versierte Autorin die wunderbare Musik Bachs, das Leben in Leipzig als Buchdrucker-Stadt usw. näher. Ich habe aus diesem Roman viel gelernt, über starke Frauen gelesen und alles in allem als bereichernd empfunden. Die Autorin erlebte und hörte ich im Literaturverein in einer rasanten Lesung, die unvergesslich bleiben wird.

Gabrielle Zevin MORGEN, MORGEN UND WIEDER MORGEN: Eine bewegende, vielschichtige, schwierige Beziehungsgeschichte, die bereits in der Kindheit von Sam und Sadie beginnt, wo sie sich in einem Krankenhaus begegnen. Das verbindende Element sind Computerspiele, die von den Protagonisten geliebt und später selbst entwickelt werden.

Bernhard Schlink, DAS SPÄTE LEBEN:  Bernhard Schlink ist ja schon ein älterer Herr und da hat ein weiser Mann ein Buch geschrieben, das sich sehr sensibel mit dem Leben und dem Tod des Protagonisten auseinandersetzt!  Berührend sind die altersweisen Briefnachlässe an seinen kleinen sechsjährigen Sohn.

Nguyen Phantom Que Mai, DER GESANG DER BERGE, weil ich viel über den Vietnamkrieg, darüber wie Ideologien Menschen und Familien entzweien, wie schnell Extremisten die Macht übernehmen, über starke Frauen erfahren habe erfahren habe. 

Katerina Poladjan HIER SIND LÖWEN, weil man in dieser wunderbaren Geschichte, in der sich die Restauratorin auf die Spuren der alten Familienbibel begibt, die sie aufarbeiten soll,  den Protagonisten ziemlich nah kommt und die immensen politischen Herausforderungen des armenischen Volkes spürt. Sehr lesenswert – mit großem Mehrwert!

Sylvie Schenk MAMAN, weil sie die Geschichte ihrer Mutter zwischen intellektuellem Anspruch und ihrer eigenen Wirklichkeit erzählt, eine Geschichte von Müttern und Töchtern, von Sprach- und Lieblosigkeit, dem Nachspüren und Finden. Es berührt zutiefst  - ganz zu recht nominiert für den deutschen Buchpreis 2023. 

Julia Schoch DAS LIEBESPAAR DES JAHRHUNDERTS: Ein Roman über eine große Liebe, die sich im Alltag verliert und keine Liebe mehr ist. Sprachgewaltig, auch witzig, analysiert die Autorin die Kommunikationsunfähigkeit zwischen dem Paar, das eine Familie mit 2 Kindern gegründet und sich auseinandergelebt hat. Eine normale Geschichte einer Ehe, doch so ganz besonders durch die präzise Beobachtungsgabe der Autorin. Auch Zeitgeschichtliches wird thematisiert. Für alle langjährigen Beziehungsleute eine dringende Empfehlung!

Alex Schulmann VERBRENN ALL MEINE BRIEFE, weil der Autor die in seiner Familiengeschichte seit Generationen verankerte Wut, auch seine eigene, nicht länger unaufgearbeitet lassen will und mit seinem Roman eine tragische Liebesgeschichte seiner Großmutter ans Tageslicht holt. Einfühlsam und teils in einer poetischen Sprache versteht es der Enkelsohn, eigene Besuche bei den Großeltern, aufgefundene Dokumente und Örtlichkeiten zu analysieren und aufzuschreiben. Mich hat der Stil und der Inhalt des Romans sehr berührt und möchte ihn allen LeserInnen empfehlen, die an biografischem Hintergrund interessiert sind.

Khue Pham, WO AUCH IMMER IHR SEID, weil die Autorin die Geschichte Vietnams in den vergangenen 70 Jahren mit einer Familiengeschichte verquickt und je nach Standort die Argumente des jeweiligen Familienmitglieds zur jeweiligen aktuellen politischen Situation, aber bezüglich seines Handeln nachvollziehbar werden. 

Arno Geiger, DAS GLÜCKLICHE GEHEIMNIS, weil viele Jahre der Autor sein glückliches Geheimnis für sich behalten konnte, nämlich in Wien regelmäßig in Altpapiercontainern nach weggeworfenen Inhalten wie Büchern, Dokumenten, Briefen etc. zu stöbern, auch zu Geld zu machen, aber vor allem um seinen Horizont, seine Lebenserfahrungen und seinen Schreibstil zu erweitern.
Mit einer frappierenden Offenheit erzählt er in diesem Buch von seinem Geheimnis und fühlt sich sichtlich befreit, es loszuwerden. Seine Sprache, sein Humor, seine Lebensklugheit und seine Bescheidenheit haben mich sehr gerührt. Ein tolles Buch – sollte man nicht versäumen es zu kennen.

Ewald Arenz, DIE LIEBE AN MIESEN TAGEN, weil es eine wunderbare Liebesgeschichte ist, die der Autor kenntnisreich, einfühlsam/behutsam und mit viel Humor und guten Dialogen beschreibt. Vom ersten Moment an wissen Clara und Elias, dass sie füreinander bestimmt sind. Damit ändert sich alles: Elias kann nicht länger verdrängen, dass er mit seiner Freundin in einem falschen Leben steckt. Und für Clara wird es Zeit, das Alleinsein aufzugeben. Liebesromane haben mich nie so recht interessiert, aber dieser Autor gefällt mir mit seiner Sprache auch in seinen anderen Romanen wie „Alte Sorten“ oder auch „Der große Sommer“.  Ein schöner Schmöker mit absolutem Tiefgang.

Sasha Marianna Salzmann, IM MENSCHEN MUSS ALLES HERRLICH SEIN (nach einem Ausspruch von Tschechow), weil dieses Buch eine Wucht hat, die politischen Verhältnisse in den 90er Jahren des auseinandergefallenen Sowjetreichs in vier großen Erzählungen von 4 Frauen zu beleuchten. Vor allem, welche persönlichen Schicksale hinter all diesen Verwerfungen stecken. Auch mit Blick auf den jetzigen Krieg eine unglaublich starke Geschichte, was Krieg, Entwurzelung, Neubeginn mit den einzelnen Generationen macht. Allein die Sprache  nimmt den Leser/die Leserin mit und zieht in ihren Bann.   

Annie Ernaux, DAS ANDERE MÄDCHEN, weil die Autorin in einem langen Brief (in knapp 80 Buchseiten ) eine Annäherung zu ihrer Schwester herzustellen versucht, die vor ihr im Alter von sechs Jahren an Diphterie verstarb. Zehn Jahre alt war die frischgekürte Literaturnobelpreisträgerin Annie Ernaux, als sie dies erfuhr. Der Text ist nach Jahrzehnten eine Rekonstruktion und Selbstbefragung zugleich. Er hat mich sehr gefangen und spiegelt viele andere Familiengeheimnisse, die nie ausgesprochen/ angesprochen wurden.  Das Büchlein empfehle ich sehr.  

Bonnie Garmus, EINE FRAGE DER CHEMIE, weil eine Frau trotz gesellschaftlicher Anfeindungen, persönlicher Schicksalschläge, Neid und Mobbing ihren Weg geht, erzählt mit Humor und Herzenswärme.

Lucy Fricke, DIE DIPLOMATIN, weil wir hier eine authentische Geschichte im Diplomaten-Milieu, u. a. in der Türkei beschrieben bekommen, die Anlass gibt zum Lachen und Weinen. In einer Lesung in Münster erlebte ich die sehr bescheidene und offene Autorin, die für ihre Recherchen längere Zeit in der Türkei verbrachte. Nach Erscheinen ihres Romans sei ihre Einreise in die Türkei nicht mehr erwünscht, so nah komme der Text an die Wirklichkeit. Eine spannende, hoch politische Erzählung.  

Andreas Stichmann, EINE LIEBE IN PJÖNGJANG, weil der Autor es versteht, nach einer Studienreise durch Nordkorea in einer behutsamen Sprache die sich anbahnende Liebesbeziehung zwischen zwei Frauen unterschiedlichen Alters, verschiedener Kulturkreise und politischer Systeme ins rechte Bild zu setzen. Mich hat die Geschichte sehr berührt - ein ganz feiner Roman – auch zum Dazulernen unbedingt geeignet.  

Monika Helfer, DIE BAGAGE, weil die Autorin es versteht, mit ihrer kondensierten Erinnerungserzählung die kleine Welt ihrer Ursprungsfamilie in den Vorarlberger Alpen ins Licht zu rücken. Sehr berührend – und der Auftakt zu den Romanen „Vati“ und „Löwenherz“.

Stefan Hermans DER AUFGANG, weil mit einer grandiosen Recherche, Fotos, Texten und Sprache Historisches anhand eines alten Hauses in Gent/Belgien an die Oberfläche geholt wird. Für geschichtlich Interessierte ein Muss.

Hanns-Josef Ortheil,  DIE ERFINDUNG DES LEBENS, weil ein sprachloses Kind dank der fürsorglichen Liebe des Vaters einen wunderbaren Weg zurück zur Sprache findet und vor allem zum Schreiben: ein reiner Genuss ist dieses biografische Buch.

Natasha Wodin, SIE KAM AUS MARIUPOL, weil die Autorin ohne Vorwürfe an irgendwen ihre Lebensgeschichte erzählt, der ihrer Eltern als ukrainische Zwangsarbeiter in Bayern und  die Entdeckung ihrer familiären Wurzeln. Eine bedrückende, zu Herzen gehende Geschichte, wahrhaftig und souverän erzählt. 

Marie Benedict, FRAU EINSTEIN: Unglaublich, mit welcher Chuzpe Albert Einstein Theorien und Arbeitsergebnisse seiner ersten Ehefrau Mileva Maric, einer begnadeten Physikerin und Analytikerin, gebrauchte, um seine Relativitätstheorie zu untermauern. Mich hat diese Erkenntnis regelrecht wütend gemacht. Absolut lesenswert. 

Iris Wolff, SO TUN, ALS OB ES REGNET, weil dieses dieses dünne Büchlein (163 S.) ein sprachlicher Genuss ist und vier Generationen in 100 Jahren Zeitgeschichte umfasst. Nicht zögern, gleich lesen – ein paar Stunden Lesevergnügen.  

Alice Walker, DIE FARBE LILA, weil ich viel lerne von diesen starken, mutigen Frauen über Macht und Befreiung. Mit einfachen Worten Unfassbares berührend erzählt.

Dimitri Kapitelman, EINE FORMALIE IN KIEW, weil der Autor mit Leichtigkeit und viel Humor zur Völkerverständigung beiträgt, erschienen 2021 und jetzt in Kriegszeiten umso lesenswerter. 

Katerina Poladjan, ZUKUNFTSMUSIK, weil uns die Erzählung eines einzigen Tages in einer sowjetischen Kommunalka hinreißend  in eine ganze Epoche der Weltgeschichte mitnimmt.

Adriana Popescu, GOLDENE ZEITEN IM GEPÄCK, ein Roadtrip rüstigen Altenheimbewohnerin mit ihrer jungen Pflegerin, der uns ein Lächeln ins Gesicht zaubert. 

Raquel J. Palacio, WUNDER, weil es ein schöner Wohlfühlroman ist, den es bei uns als DVD gibt. Es geht um Freudschaft, Zusammenhalt und Loslassen. 

Matt Haig, DIE MITTERNACHTSBIBLIOTHEK, weil es anregt über das eigene Leben nachzudenken. Denn jeder hat ganz viele Leben. Es ist tieftraurig und auch sehr lustig.

Bernd Schwarze, MEIN WILLE GESCHEHE, weil dieser ungewöhnliche Krimi mit philosophischen Überlegungen nicht abgehoben, sondern sehr fesselnd ist. Und er einen guten Einblick in das Leben und Denken eines Seelsorgers gibt.

Natascha Wodin, IRGENDWO IN DIESEM DUNKEL, weil Natascha Wodin in ihrem autobiografischen Roman zeigt, wie ein Leben gelingen kann trotz Missachtung, Demütigung, Kränkung und Armut. Das macht Mut in diesen Zeiten!

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